6. Februar 2019 | 19 Uhr

Lohengrin

Gesprächskonzert mit Alexandra von der Weth (Sopran), Corby Welch (Tenor), Roland Techet (Klavier) und Dr. Stefan Plasa (Moderation)

Woelfl-Haus Bonn | Meßdorfer Str. 177 | 53123 Bonn

Das Woelfl-Haus Bonn ist bequem von der Bonner Innenstadt (Hauptbahnhof) per Bus mit den Linien 610 und 611 zu erreichen: Richtung Duisdorf / Lessenich bis Haltestelle Gielsdorfer Straße (ca. 15 Minuten).Anmeldung unter info@josephwoelfl.org bzw. +49 (0) 151 – 655 181 55Eintritt € 15 | Schüler und Studierende € 10

Hiermit laden wir Sie sehr herzlich ein zum Gesprächskonzert zum Thema

"Das süße Lied verhallt" – Richard Wagners Lohengrin

Begleitet vom Pianisten Roland Techet präsentieren Alexandra von der Weth und Corby Welch als Elsa und Lohengrin folgende Szenen aus Richard Wagners Oper:

  • Elsas Traum, 1. Aufzug ("Einsam in trüben Tagen")
  • Das Brautgemach, 3. Aufzug ("Das süße Lied verhallt")
  • Gralserzählung ("In fernem Land")

Richard Wagners romantische Oper Lohengrin (uraufgeführt 1850 in Weimar unter der musikalischen Leitung von Franz Liszt) bearbeitet den Stoff um den aus der Gralsgesellschaft nach Brabant gesandten Gralsritter, der zugleich die Rettung des brabantischen Herzogtums und des Deutschen Reiches wie auch den Fortbestand seiner eigenen geheimen Kommunität organisieren soll und sowohl an den Heilserwartungen der Menschen als auch an der kultisch-regulativen Erstarrung der Gralsgesellschaft scheitern muss. Die Erbin Brabants, Elsa, zeigt sich in diesem Musikdrama als die eigentlich menschliche Figur in ihrem tiefen Sehnen nach Erlösung durch die romantisch-wahre Liebe, die alle äußeren Zwänge und Bedingungen überwunden hat. Gleichsam nicht erlösungsfähig scheint der Erlöser-Heros Lohengrin, weil er sich letzten Endes als gottähnlicher Heilsbote zur gänzlichen Menschwerdung, das damit verbundene mögliche Leiden eingeschlossen, nicht bereit zeigt. In seiner Mitteilung an meine Freunde schrieb Wagner 1851 zu diesem Motiv: "Wer kennt nicht Zeus und Semele? Der Gott liebt ein menschliches Weib und naht sich ihr in menschlicher Gestalt. Die Liebende erfährt aber, dass sie den Geliebten nicht nach seiner Wirklichkeit erkenne, und verlangt nun, der Gatte solle sich ihr, in der vollen sinnlichen Erscheinung seines Wesens, kundgeben. Zeus weiß, dass sein wirklicher Anblick sie vernichten muss. Er selber leidet unter diesem Bewusstsein, unter dem Zwange, das Verlangen der Liebenden erfüllen zu müssen und sie damit zu verderben. Er vollzieht sein eigenes Todesurteil, wenn der Glanz seiner göttlichen Erscheinung die Geliebte vernichtet. Ist der Mensch, der nach dem Gott sich sehnt, nicht vernichtet?" In der musikalischen Gestaltung erreicht Wagner im Lohengrin das erste Mal innerhalb seines musikdramatischen Gesamtwerks eine weitgehend durchkomponierte Struktur und bereitet damit die späteren Musikdramen entscheidend vor. Im Gesprächskonzert wird mit den Künstlern und Gästen über das Werk und seine wesentlichen Aspekte, vor allem mit Bezug zu den beiden Hauptfiguren Elsa und Lohengrin, gesprochen und gestritten.

Alexandra von der Weth hat im Woelfl-Haus Bonn bereits sehr erfolgreich ihre Porträts der Isolde und Kundry präsentiert sowie mit Corby Welch die tragischen Liebespaare im Ring des Nibelungen gestaltet (Siegmund und Sieglinde, Siegfried und Brünnhilde). Corby Welch verkörpert derzeit den Siegmund sowie den Siegfried im Ring des Nibelungen an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg.