Sa 22. August 2020 | 19 Uhr - Konzert nur als Stream

Beethoven und Frankreich

Bernt Hahn (Rezitation), Alexandra Thomas (Mezzosopran), Ralf Friedrich (Tenor), Tonio Schibel (Violine), Margit Haider-Dechant (Klavier)

Eintritt: 20,00€ für die Kunst, 02,28€ Gebühren, 5% Mehrwertsteuer

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Im Gesprächskonzert Beethoven und Frankreich wird mit Ausschnitten aus Rousseaus Oper Le Devin du Village eine der Natur und der neuen Richtung Romantik verschriebene Musik präsentiert. Mit Ausschnitten aus Grétrys Oper Richard Cœur de Lion soll auf den viel zu wenig beachteten ersten Vorläufer von Beethovens Oper Fidelio hingewiesen werden, aus dessen Leitmotiv Beethoven Klaviervariationen verfasst hat, die ebenfalls im Konzert vorgestellt werden. Nach Méhuls Hymne de guerre Le chant du depart – der zweiten Marseillaise – wird die Veranstaltung mit dem ersten Satz der nicht minder revolutionären Kreutzersonate Beethovens beendet.

Die Mezzosopranistin hat in Tübingen und Köln Kunstgeschichte, Philosophie, Schulmusik, Gesangspädagogik sowie Opern- und Konzertgesang studiert. Nach dem Studium arbeitete Alexandra Thomas im Rahmen des Kölner Opernstudios mit Dirigenten wie Enrico Dovico und Markus Stenz, übernahm zahlreiche Partien in der Kölner Kinderoper, während sie im Großen Haus als Page in „Salome“ oder Mercédès in „Carmen“ zu hören war. Daraufhin erhielt sie 2007 ein Stipendium des Richard-Wagner-Verbandes Köln. Parallel dazu etablierte sie sich als Konzertsolistin, deren Repertoire von Bachs großen Oratorien über Dvořáks „Stabat mater“ bis hin zu zeitgenössischen Werken nebst zahlreichen Uraufführungen reicht. Neben regelmäßigen Auftritten in Deutschland - wie in der Kölner Philharmonie und im Rahmen des internationalen Musikfestivals Klangvokal in Dortmund - führten Konzertreisen die Sängerin nach Russland, Japan, Frankreich, Italien, Israel und New York. Sie wirkte bei Rundfunk- und CD-Aufnahmen mit und ist als Sängerin fester Bestandteil des Bonner und Kölner (Kirchen-) Musiklebens. Eine enge Zusammenarbeit verbindet sie u.a. mit dem Kirchenmusiker Vincent Heitzer, St. Aposteln in Köln.

Alexandra Thomas war 10 Jahre Mitglied des renommierten A-cappella-Sextetts Kölner Vokalsolisten und leitet aktuell in Bonn eine private Gesangsklasse, Chorklassen an der Otto-Kühne-Schule Bad Godesberg und mehrere Chöre. Mit den Pianistinnen Kate de Marcken, Lydia Neitzel und Cordula Hacke gestaltet sie Lesungen und Liederabende.

Ralf Friedrich wurde in Hamburg geboren. Von 1991 bis 1997 studierte er an der Hochschule der Künste Berlin bei Prof. Johannes Hoefflin Gesang. Hier traf er auch auf Aribert Reimann, mit dem erverschiedene Liederzyklen erarbeitete und aufführte. In Berlin arbeitete er ebenfalls mit dem großenBariton George Fortune. Bis zum Jahr 2002 war Friedrich im In- und Ausland im Lied- und Oratorienfach unterwegs, u.a. mit Bachs Johannespassion, dem Weihnachtsoratorium, Mozarts Messen und dem Requiem; im Bereich Oper/Operette sammelte er Erfahrung in der Neuköllner Oper, im Theater Annaberg und bei den Festspielen in Rheinsberg. Sein Repertoire reicht vom Barock bis zur Moderne. Von 2002 bis 2018 war Friedrich der zweite Tenor der Berlin Comedian Harmonists, mit denen er die Bühnen der Welt eroberte. Zwischendurch machte er immer wieder Ausflüge «zurück» wie mit der Interpretation der Winterreise von Franz Schubert für das Festival «Musik in den Häusern der Stadt» in Köln oder als Tamino in einer Kinderzauberflöte in Düsseldorf.

Seit 2019 ist Ralf Friedrich wieder freischaffend als Tenor tätig.

Margit Haider-Dechant, Konzertpianistin und Univ.-Prof. em. für Klavier an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz, legte 2008 ihre Dissertation Joseph Woelfl-Werkverzeichnis vor und wurde 2009 mit Auszeichnung zum Dr. phil. promoviert. Zusätzlich zur Professur in Linz nahm Haider-Dechant 2000–2002 eine Gastprofessur an der Mahidol-Universität in Bangkok wahr. Unter ihren Schülern befinden sich Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe. Sie trat weltweit in zahlreichen Konzerten auf, die zum Teil von den Fernsehstationen der jeweiligen Länder live ausgestrahlt (Bangkok, Moskau, Nikosia, etc.), oder von Rundfunk und Fernsehen aufgezeichnet wurden (ORF, BR, etc.). Sie spielte zahlreiche CDs ein, u.a. für die größte japanische Schallplattenfirma Fontec. Die Veröffentlichung der CD Wagner für Tasten führte zu einer Einladung von Wolfgang Wagner zu einem Konzert in die Villa Wahnfried nach Bayreuth.

Tonio Schibel, Sohn einer Koreanerin und eines Deutschen, wurde 1970 in Kanada geboren. Im Alter von neun Jahren erhielt er seinen ersten Geigen-, später auch Klavierunterricht. Rasch stellten sich erste Erfolge bei Jugendwettbewerben ein, an die sich die Teilnahme in mehreren Jugendorchestern anschloss. Nach dem Abitur begann er in Heidelberg mit dem Studium der Rechtswissenschaften, das er mit einem Prädikatsexamen abschloss. Auch das zweite juristische Staatsexamen legte er in Heidelberg ab. Parallel hierzu setzte er seine Ausbildung als Geiger bei Wanda Wilkomirska an der Musikhochschule Mannheim fort. Nach dem Konzertexamen entschied er sich endgültig für eine Musikerlaufbahn. Er erhielt ein Stipendium des DAAD, das ihm einen Studienaufenthalt bei Yfrah Neaman an der Guildhall School of Music and Drama in London ermöglichte. Seit 1999 ist Tonio Schibel dritter Konzertmeister der Duisburger Philharmoniker. Regelmäßige Auftritte in unterschiedlichen Kammermusikbesetzungen, in der letzten Zeit auch häufiger mit zeitgenössischer Musik, ergänzen seine Tätigkeit.

Nach seiner Ausbildung an der Staatlichen Hochschule für Musik und Theater in Hannover war Bernt Hahn über 30 Jahre als Schauspieler tätig, u.a. am Schauspiel Köln, dem Düsseldorfer Schauspielhaus, dem Schauspiel Frankfurt und dem Bochumer Schauspielhaus. | Seit einigen Jahren ist Bernt Hahn Freiberufler mit dem Schwerpunkt auf seiner Arbeit mit Sprache. Er ist bei allen deutschen Rundfunkanstalten zu hören; Produktionen zahlreicher Hörbücher sind entstanden (u.a. Werke von Proust, Bruno Schulz, Puschkin, Goethe, Joseph Roth, Bobrowski, Hölderlin). Auch mit eigenen literarischen Programmen hat sich Hahn im In- und Ausland etabliert. Er folgte Einladungen zu teils internationalen Festivals wie «Wege durch das Land», dem Schleswig-Holstein-Festival, der Buchmesse Leipzig, dem «Altstadtherbst Düsseldorf», der Buchmesse Warschau, der Villa Massimo in Rom, dem «Winterfestival» in Sarajevo u.a. Aus Anlass der Feierlichkeiten zum 180. Todestag von Alexander Puschkin folgte Hahn der besonderen Einladung, an dessen Grabmal Verse aus dem Werk auf Deutsch vorzutragen.