Sa 22. Oktober 2022 | 19.00 Uhr

Kammermusiksaal des Woelfl-Hauses

Mythentrilogie - Gesprächskonzert

griechische Mythen und ihre Darstellung in Opern des 18. -20. Jahrhunderts

Alexandra von der Weth (Sopran), Roland Techet (Klavier), Jan Rusko (Tenor/Bariton), Miljenko Turk (Bariton)

© Isabella von der Weth

© Ariane Becker

In unserer Reihe Mythentrilogie laden wir Sie herzlich ein, mit uns zentrale Mythen der Antike aus der Sicht des modernen Menschen zu betrachten. Gerade ab dem Zeitalter der Aufklärung und auch später haben sich Opernkomponisten mit diesen Stoffen befasst.

In einem kurzweiligen Dialog reflektieren wir, Alexandra von der Weth und Roland Techet, das Wesen des Mythos und seine Wirkung auf das geistige Klima einer Kultur. Selbstverständlich soll das Sinnliche nicht zu kurz kommen.

Sie hören Szenen aus den Opern „Iphigénie en Tauride“ von Christoph Gluck und „Daphne“ von Richard Strauss.

Eintritt: € 24

Schüler/Studenten: € 15

Stream-Ticket: € 20 (+Stream-Gebühren)

Für Mitglieder der beiden Woelfl-Gesellschaften und von erato:

Eintritt: € 22

Schüler/Studenten: € 14

Tickets+Stream: https://dringeblieben.de/videos/mythentrilogie-1

Anmeldung für Saalbesucher unter haider-dechant@woelflhaus.de

bzw. +49 (0) 151 – 655 181 55

oder mit unserem online Formular

Eine Veranstaltung des Woelfl-Haus Bonn, der Universität Bonn und von Erato

Programm

Ch. Gluck: Iphigénie de Tauride:


I Akt

Gewitter-Szene Iphigénie

Rezitativ Iphigénie, Thoas

Arie Thoas


II Akt

Szene und Arie Orest

Szene Orest Iphigénie

Arie Iphigénie

IV Akt

Szene und Arie Iphigénie

Erkennungsszene Orest Iphigénie

Terzett Iphigénie, Orest, Thoas


Pause


Hugo Wolf : Ganymed


Richard Strauss Daphne:

Szene Peneios

Duett Appoll Daphne

Daphnes Verwandlung

© Ariane Becker

Alexandra von der Weth

Die Sopranistin Alexandra von der Weth war ab Mitte der 90er Jahre eine der gefragtesten Interpretinnen des lyrischen und Koloraturfachs. Sie ist gleichermaßen im Opern- wie im Konzertfach zu Hause. Nach ihrem Gesangsstudium am Richard-Strauss-Konservatorium in München gab sie 1993 ihr Bühnendebüt an der Oper Leipzig. Sie war in den folgenden Jahren an der Deutschen Oper am Rhein engagiert, wo sie unter anderem als Violetta (La Traviata) und Lucia di Lammermoor, Manon (Massenet), Alcina und Lulu das Publikum begeisterte. Vor allem ihr Debüt als Norma in Bellinis gleichnamiger Oper an der Deutschen Oper am Rhein im Mai 2003 faszinierte Publikum und internationale Presse gleichermaßen. 1999 debütierte Sie als Musetta (Puccini, La Bohème) mit großem Erfolg an der Wiener Staatsoper und 2001 an der Metropolitan Opera New York sowie als Fiordiligi (Mozart, Cosi fan tutte) beim Glyndebourne-Festival. Weitere Gastspiele führten sie u.a. an das Royal Opera House Covent Garden London und an die Lyric Opera of Chigago. Alexandra von der Weth arbeitete unter anderem mit so bedeutenden Regisseuren wie Christof Loy, Günter Krämer, Herbert Wernicke, Werner Schroeter, Nikolaus Lehnhoff und Christoph Marthaler. Sie sang unter anderem unter Leitung von Sir Andrew Davis, Antonio Pappano, Stefan Soltesz und Carlo Rizzi. Seit 2003 interpretiert sie verstärkt auch Stücke zeitgenössischer Komponisten, wie Beat Furrer, John Cage, Sylvano Bussotti, George Crumb, Gerhard Stäbler und Kunsu Shim. Alexandra von der Weth arbeitet zudem seit Jahren als Stimmbildnerin und Sprechtrainerin, ist Lehrbeauftragte an der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn und vertritt seit dem Wintersemester 2021/22 eine Professur für Gesang an der Hochschule für Künste in Bremen.

© Billi Wesselburg

Roland Techet

Roland Techet war u.a. Kapellmeister am Theater Augsburg. Er studierte Klavier und Dirigieren an der Musikhochschule Stuttgart. Roland Techet assistierte u.a. dem Dirigenten Wolfgang Gönnenwein bei den Ludwigsburger Festspielen und arbeitete als Korrepetitor an der Staatsoper Stuttgart. Im Anschluss daran folgten Engagements als Kapellmeister an bedeutenden Opernhäusern, wie dem Staatstheater Kaiserslautern, dem Gärtnerplatztheater und der Deutschen Oper am Rhein. Darüber hinaus assistierte Roland Techet den bedeutenden Musikern Lorin Maazel (Tristan und Isolde am Prinzregententheater München, 2001), Eberhard Kloke (Festival Jenseits des Klanges 1999) und Maurizio Kagel. Seit 2005 ist Roland Techet als freischaffender Dirigent im In- und Ausland sehr gefragt. Seine Dirigententätigkeit führte ihn zur Zusammenarbeit u. a. mit den Düsseldorfer Symphonikern, den Duisburger Symphonikern, dem Beethoven-Orchester Bonn, dem Orchester des Oldenburgischen Staatstheaters, der Staatskapelle Halle, dem Orchester des Nationaltheaters Prag, den Baden-Badener Philharmonikern, dem Orchester des Mainfrankentheaters Würzburg, dem Orchester der Netherlands Opera Amsterdam und vielen weiteren Orchestern. Ein wichtiger Schwerpunkt seiner künstlerischen Arbeit liegt im Bereich der Neuen Musik, mit einem Schwerpunkt auf der Kreation neuer musikalischer und musiktheatraler Konzepte (Schönheit der Schatten, Düsseldorf 2006 in Zusammenarbeit mit Werner Schroeter). So war er zu Gast beim Festival für Neue Musik Düsseldorf, bei der Ruhrtriennale und beim Opening14 in Trier. Seit mehreren Jahren ist Roland Techet Lehrbeauftragter an der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn.

  © Ralf Bauer

Ján Rusko

Der slowakische Tenor Ján Rusko studierte Gesang in Bratislava und Zürich. Nach einigen Engagements am Staatstheater Košice wurde er Mitglied im Opernstudio der Oper Zürich. Gastengagements führten ihn u. a. an die Staatsoper Banská Bystrica (James Bondy in Die Herzogin von Chicago, Goro in Madama Butterfly), ans Theater Orchester Biel Solothurn (Alfred in Die Fledermaus), Slowakische Nationaltheater, an die Opéra de Saint-Étienne, Opéra National de Paris, Opéra national de Lorraine, ans Opernhaus Zürich und an die Oper Köln. Zu seinem Repertoire als Charaktertenor zählen u. a. Wenzel, Remendado, Frantz, Triquet, Yarischkin, Flavio, Arturo, Goro, Spoletta, Pang, L,abate, Flaut, Monostatos, Lensky, Gonzalve und Alfred. In konzertanten Aufführungen war er u. a. in der Slowakischen Philharmonie, Staatsphilharmonie Košice, Tonhalle Zürich und am Staatenhaus Winterthur zu hören. Seinen ersten Auftritt an der Oper Köln hatte er in der Saison 2017/18 im Rahmen der Gala für das Deutsche Rote Kreuz 2017, gefolgt von seinem Auftritt als Junger Fähnrich in Bernd Alois Zimmermann Die Soldaten und als 2. Jude in Salome. Zuletzt war er hier als Höfling in Strawinskys Die Nachtigall und als Player 2 in Brett Deans Hamlet zu erleben. In der Spielzeit 2021/22 tritt er an der Oper Köln in der Partie des Monostatos in Die Zauberflöte auf.

  © Theresa Rothwangl

Miljenko Turk

In Kroatien geboren und aufgewachsen, wurde Miljenko Turks Leidenschaft für Musik und Gesang schon früh erkannt und gefördert. So spielte er bereits als kleines Kind am heimischen Klavier. Es folgten der Besuch der Grundschule für Musik und Kunst in seiner Heimatstadt Čakovec und des Musikgymnasiums in Varaždin, das er als einer der Besten seiner Klasse abschloss.

Nach dem Abschluss seines Gesangsstudiums in Graz vervollständigte Miljenko Turk seine Studien bei Hans Sotin an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln. Köln ist seine zweite Heimat geworden, sowie beruflich als auch privat. Schon während seines Studiums in Köln war er Mitglied des Kölner Opernstudios und des Ensembles der Oper Köln, dem er nach wie vor angehört. Am 22.05.2022 wurde Miljenko Turk in Würdigung und Ehrung seiner gesanglichen und darstellerischen Leistungen sowie aufgrund seiner Verdienste für die Oper Köln durch die Stadt Köln zum Kammersänger der Stadt Köln ernannt. Bereits 2006 wurde Miljenko Turk in Ehrung seiner zahlreichen Erfolge und Leistungen der Offenbach-Preis verliehen. 2004 debütierte er an der Dresdner Semperoper und bei den Bayreuther Festspielen. Es folgten Engagements bei den Salzburger, Bayreuther und Eutiner Festspielen, den Ludwigsburger Schlossfestspielen, beim Styriarte Festival in Graz, beim Festival Maggio Musicale in Florenz, beim Garsington Opernfestival in Buckinghamshire, am Théâtre des Champs-Elysées Paris, an der Opéra Bastille Paris, an der Opéra National du Rhin Strasbourg, am Kroatischen Nationaltheater in Zagreb, an der Volksoper Wien, an den Staatsopern Berlin und Stuttgart, an der Staatsoperette Dresden, den Opern in Leipzig und Rostock sowie am E.T.A. Hoffmann Theater in Bamberg. Auch gastierte Miljenko Turk mit großem Erfolg im Rahmen des Oman-Gastspiels der Oper Köln im Royal Opera House Muscat. Weitere Gastspiele führten ihn mit der Oper Köln zum Festival Berlioz in La Côte-Saint-André und mit der Volksoper Wien an das Tōkyō Bunka Kaikan. Miljenko Turk verfügt auch über ein breit gefächertes Konzertrepertoire. So war er mehrmals in der Kölner Philharmonie, im Münchner Gasteig und in der Düsseldorfer Tonhalle zu erleben. Er gastierte mit dem Radio Filharmonisch Orkest am Concertgebouw Amsterdam sowie mit dem Gürzenich-Orchester in der Philharmonie de Paris und wirkte bei der Uraufführung von Torsten Raschs »Orchesterlied« nach einem Text von Thomas Brasch in der Fruchthalle in Kaiserslautern mit. Gemeinsam mit dem NDR Sinfonieorchester war er zu Gast in der Laeiszhalle in Hamburg. Mit Maestro Francois-Xavier Roth und dem Les Siécles Orchester war er im Rahmen der Berliner Festspiele 2021 in der Berliner Philharmonie zu erleben. Außerdem sang Miljenko Turk an der Oper Frankfurt/Main, für die Tongyeong International Music Foundation in Südkorea, im Theater Freiburg, im Staatstheater Darmstadt, in einer Produktion des Teatro della Scala im Pirelli Hangar Bicocca Mailand und beim Jennersdorf Festivalsommer (jOpera) im Burgenland. Mit Maestro Valery Gergiev und den Münchner Philharmonikern war Miljenko Turk in einer konzertanten Inszenierung von Wagners Tristan und Isolde (2.Aufzug) wieder im Münchner Gasteig, im Festspielhaus Baden Baden und in der Elbphilharmonie Hamburg zu erleben.

Seine Liebe gilt auch dem Lied (u.a. war er Meisterschüler von Fischer-Dieskau) und Chancon sowie den Opern der Modernen. Nach Auftritten an den Opern Köln und Heidelberg, der Dresdner Semperoper, im Concertgebouw Amsterdam, im Mousonturm Frankfurt, beim Tongyeong Music Festival und nach Zusammenarbeit mit dem Ensemble Modern mit Wolfgang Rihms Jakob Lenz und Die Eroberung von Mexiko, Peter Ruzickas Celan und Benjamin, Johannes Maria Stauds Die Antilope, Bernd Alois Zimmermanns Die Soldaten, Mauricio Kagels Mare Nostrum, Iannis Xenakis Kassandra, I-Sang Yuns Der Traum des Liu-Tung sowie Salvatore Sciarrinos Quaderno di strada (12 canti e un proverbio per baritono e strumenti) hat er sich längst als Experte der Opern der Modernen etabliert. Miljenko Turk engagiert sich in unterschiedlichen Projekten für die Verbreitung von Musik durch direkten Kontakt zu Schülerinnen und Schülern und freut sich über junges Publikum. Als geschätzter Dozent für Gesang gibt er sein Wissen und seine Erfahrungen an junge Sängerinnen und Sänger weiter. Seine Expertise ist auch als Jurymitglied gefragt.