Sa 15. Oktober 2022 | 18.00 Uhr

Kammermusiksaal des Woelfl-Hauses

Thomas Mann in Georgien - aktuelle Thomas Mann Rezeption in Georgien, gerahmt von georgischer Musik


Natia Choladze (Autorin), Nino Winjbergen-Shatberashvili (Gesang), Rezo Tschchikwischwili (Gesang und Rezitation)

Eine Veranstaltung des Ortsvereins BonnKöln der Deutschen Thomas-Mann-Gesellschaft und des Woelfl-Hauses Bonn

Eintritt: € 24

Schüler/Studenten: € 15

Stream-Ticket: € 20 (+Stream-Gebühren)

Für Mitglieder der Thomas-Mann-Gesellschaft und der beiden Woelfl-Gesellschaften:

Eintritt: € 22

Schüler/Studenten: € 14

Tickets+Stream: dringeblieben.de/videos/thomas-mann-in-georgien

Anmeldung für Saalbesucher unter haider-dechant@woelflhaus.de

bzw. +49 (0) 151 – 655 181 55

oder mit unserem online Formular

Eine Veranstaltung des Woelfl-Haus-Bonn





Der Wind singt ein Wiegenlied,

Die Platane erzählt ein Märchen,

Die hängenden Äste des Weidenbaumes

Haben mich mit Zärtlichkeit,

Doch auch mit Eifersucht erfüllt!

Georgien, meine Schöne, wer ist schöner als Du?

PROGRAMM

Natia Choladze: „Die Schlüsselszene als musikalische Coda in Thomas Manns Roman ‚Der Zauberberg‘“


Georgische Lieder

- Mein Georgien

- Suliko (Verlorene Geliebte)

- Das Schicksalsrad

- Der sentimentale Tango

- Wenn der Mond aufgehen möchte

- Der bunte Schmetterling

- Nebel im Herbst

- Im Frühling blüht die Mandelblüte

- Tagsüber singe ich in Deinem Garten

Ukrainisches Lied

- Chornobrivci


Natia Choladze

Natia Choladze studierte in den Jahren 1997-2003 Germanistik an der Akaki Tsereteli -Staatliche Universitӓt Kutaissi, Georgien. Seit 2018 ist sie Doktorandin des Doktorprogramms „Westeuropӓische und amerikanische Literatur“ an der oben gennanten Universität.

Auf Einladung der Internationalen Goethe-Gesellschaft absolvierte Frau Choladze ein dreimonatiges Praktikum an der Anna-Amalie-Bibliothek in Weimar unter Leitung und Betreuung von Prof. Dr. Jochen Goetz, um wissenschaftliche Literatur zu bearbeiten.

Das Thema ihrer Dissertation lautet: „Die sinfonische Architektonik von Thomas Manns ‚Zauberberg‘“. Bei der Forschung wird die Ansicht Thomas Manns hervogehoben, dass der Roman „Zauberberg“ eine Sinfonie sowie ein kontrapunktisch gesetztes Werk darstellt, in dem die Ideen die Rolle der musikalischen Motive übernehmen. Nach der Ansicht Thomas Manns „haben sie eine ideelle Durchsichtigkeit erworben, sind nicht mehr mechanisch, sondern musikalisch geworden“.

Die Analyse der Forschungsliteratur über den Roman „Der Zauberberg“ bestӓtigt, dass keine wissenschaftliche Forschung über den sinfonischen Aufbau des Romans vorgenommen worden ist. Diese Tatsache akzentuiert die Aktualitӓt der Dissertationsarbeit. Die Intention der vorgenommenen Forschung ist es, die durch die Themenmotive gewobene komplizierte Struktur des Romans zu erforschen, die vӧllig nach der Form der Sinfonie (Sonatenform) aufgebaut ist und sich auf dem Prinzip der Kontrapunktik gründet (punktum contra punktum: Thema gegen Thema). Besonders wichtig erscheint die Analyse, inwieweit die künstlerische Architektonik des Romans „Der Zauberberg“ der musikalischen Struktur der Sinfonie (Sonatenform) entspricht: In welcher Form werden im Roman die Exposition, Durchführung und Coda reprӓsentiert und der musikalische Aufbau der Sinfonie (Sonatenform) im transformiert.


Nino Winjbergen-Shaberashvili

Nino Winjbergen-Shatberashvili, geboren in Tbilisi / Georgien, ist eine studierte Pantomime-Schauspielerin sowie Pianistin und Sängerin für Unterhaltungsmusik (Stilrichtung: Jazz und Improvisation). Mit dem bekannten Georgischen Schauspieler Rezo Chkhikvishvili tritt sie seit vielen Jahren als das musikalische Duo "Rezo/Nino" auf, als Schauspielerin hatte sie mehrere Auftritte im Grillo - Theater Essen und wirkte an Produktionen für das Bayrische Fernsehen und aktuell für das Kurzfilmprojekt der Lichtburg „Sein letzter Deal“ mit.



© Albi Fouché

Rezo Tschchikwischwili

1957 in Tiflis geboren, studierte Rezo Tschchikwischwili von 1974 bis 1978 am Institut für Theater und Kino in seiner Heimatstadt. Anschließend spielte er bis 1994 am Marjanishvili Staatstheater in Tiflis. In Georgien wurde er zum Schauspieler des Jahres (1980 und 1993) und zum „Verdientesten Schauspieler des Landes“ (1991) gekürt. Außerdem erhielt er 1982 den Georgischen Filmpreis sowie 1989 den Großen Theaterpreis der Stadt Tiflis. 1994 siedelte Rezo Tschchikwischwili nach Deutschland über und begann noch im selben Jahr sein Engagement am Schauspiel Essen. Seit Beginn seiner Schauspielkarriere war er in rund 100 Theaterrollen sowie über 40 Fernseh- und Kinorollen in beiden Ländern zu erleben.

Seit der Spielzeit 2014/2015 ist Rezo Tschchikwischwili auch im Aalto-Theater präsent: als Clochard Jef in Ben Van Cauwenberghs Ballettabend "La vie en rose".