Stefan Plasa (Lesung), Alexandra von der Weth (Gesang), Roland Techet (Klavier)
Eintritt: frei
Anmeldung für Saalbesucher unter haider-dechant@woelflhaus.de
bzw. +49 (0) 151 – 655 181 55
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Mit der Lesung aus seinem Debütband Echo. ohne Mund, der im Sommer 2026 im EMPATHIE-Verlag erschienen ist, stellt Stefan Plasa erstmals seine Gedichte öffentlich vor. Begleitet wird die Lesung mit Musik unter anderem von Gustav Mahler und Richard Strauss.
Was bleibt von einer Stimme, wenn niemand mehr antwortet? Was geschieht mit Namen, Erinnerungen und Landschaften, wenn Sprache selbst zu verschwinden beginnt?
In Echo. ohne Mund entwickelt Stefan Plasa eine Poetik des Hörens. Seine Gedichte bewegen sich zwischen Mythos und Gegenwart, zwischen Oper und Alltagswelt, zwischen persönlicher Erinnerung und kulturellem Gedächtnis. Sie erzählen von Abschied, Fremdheit, Liebe und Verlust – nicht als abgeschlossene Erfahrungen, sondern als Bewegungen der Sprache selbst. In einer ebenso reduzierten wie präzisen Bildwelt entstehen Texte, die das Unsagbare nicht erklären, sondern hörbar machen. Worte geraten ins Stolpern, Namen öffnen verborgene Bedeutungen, Schweigen wird zum Resonanzraum. Echo. ohne Mund ist ein Debüt über das, was bleibt, wenn die Stimme verstummt – und über das Echo, das dennoch weiterklingt.
© Miriam Halfman
Stefan Plasa, geboren 1970 in Neubrandenburg, studierte Germanistik und Anglistik in Greifswald und promovierte zur modernistischen Poetik T. S. Eliots und Ezra Pounds. Er lebt seit 2010 im Rheinland und arbeitet an der Universität Bonn. Neben seiner literarischen und dramaturgischen Arbeit beschäftigt er sich mit Fragen an den Schnittstellen von Literatur, Musik und Theater sowie mit der Übersetzung englischsprachiger Lyrik.
Mit dem Woelfl-Haus Bonn verbindet Stefan Plasa seit langem eine enge Zusammenarbeit. Seit 2016 gestaltete er hier zahlreiche Lied- und Literaturabende und entwickelte gemeinsam mit Prof. Margit Haider-Dechant kulturwissenschaftliche Seminarreihen, die Literatur, Musik und bildende Kunst in einen interdisziplinären Dialog bringen. Die Buchpremiere von Echo. ohne Mund kehrt damit bewusst an einen Ort zurück, der die Entstehung vieler literarischer und künstlerischer Projekte über Jahre begleitet hat.
© Ariane Becker
Die Sopranistin Alexandra von der Weth war ab Mitte der 90er Jahre eine der gefragtesten Interpretinnen des lyrischen und Koloraturfachs. Sie ist gleichermaßen im Opern- wie im Konzertfach zu Hause. Nach ihrem Gesangsstudium am Richard-Strauss-Konservatorium in München gab sie 1993 ihr Bühnendebüt an der Oper Leipzig. Sie war in den folgenden Jahren an der Deutschen Oper am Rhein engagiert, wo sie unter anderem als Violetta (La Traviata) und Lucia di Lammermoor, Manon (Massenet), Alcina und Lulu das Publikum begeisterte. Vor allem ihr Debüt als Norma in Bellinis gleichnamiger Oper an der Deutschen Oper am Rhein im Mai 2003 faszinierte Publikum und internationale Presse gleichermaßen. 1999 debütierte Sie als Musetta (Puccini, La Bohème) mit großem Erfolg an der Wiener Staatsoper und 2001 an der Metropolitan Opera New York sowie als Fiordiligi (Mozart, Cosi fan tutte) beim Glyndebourne-Festival. Weitere Gastspiele führten sie u.a. an das Royal Opera House Covent Garden London und an die Lyric Opera of Chigago. Alexandra von der Weth arbeitete unter anderem mit so bedeutenden Regisseuren wie Christof Loy, Günter Krämer, Herbert Wernicke, Werner Schroeter, Nikolaus Lehnhoff und Christoph Marthaler. Sie sang unter anderem unter Leitung von Sir Andrew Davis, Antonio Pappano, Stefan Soltesz und Carlo Rizzi. Seit 2003 interpretiert sie verstärkt auch Stücke zeitgenössischer Komponisten, wie Beat Furrer, John Cage, Sylvano Bussotti, George Crumb, Gerhard Stäbler und Kunsu Shim. Alexandra von der Weth arbeitet zudem seit Jahren als Stimmbildnerin und Sprechtrainerin, ist Lehrbeauftragte an der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn und vertritt seit dem Wintersemester 2021/22 eine Professur für Gesang an der Hochschule für Künste in Bremen.
© Billi Wesselburg
Roland Techet war u.a. Kapellmeister am Theater Augsburg. Er studierte Klavier und Dirigieren an der Musikhochschule Stuttgart. Roland Techet assistierte u.a. dem Dirigenten Wolfgang Gönnenwein bei den Ludwigsburger Festspielen und arbeitete als Korrepetitor an der Staatsoper Stuttgart. Im Anschluss daran folgten Engagements als Kapellmeister an bedeutenden Opernhäusern, wie dem Staatstheater Kaiserslautern, dem Gärtnerplatztheater und der Deutschen Oper am Rhein. Darüber hinaus assistierte Roland Techet den bedeutenden Musikern Lorin Maazel (Tristan und Isolde am Prinzregententheater München, 2001), Eberhard Kloke (Festival Jenseits des Klanges 1999) und Maurizio Kagel. Seit 2005 ist Roland Techet als freischaffender Dirigent im In- und Ausland sehr gefragt. Seine Dirigententätigkeit führte ihn zur Zusammenarbeit u. a. mit den Düsseldorfer Symphonikern, den Duisburger Symphonikern, dem Beethoven-Orchester Bonn, dem Orchester des Oldenburgischen Staatstheaters, der Staatskapelle Halle, dem Orchester des Nationaltheaters Prag, den Baden-Badener Philharmonikern, dem Orchester des Mainfrankentheaters Würzburg, dem Orchester der Netherlands Opera Amsterdam und vielen weiteren Orchestern. Ein wichtiger Schwerpunkt seiner künstlerischen Arbeit liegt im Bereich der Neuen Musik, mit einem Schwerpunkt auf der Kreation neuer musikalischer und musiktheatraler Konzepte (Schönheit der Schatten, Düsseldorf 2006 in Zusammenarbeit mit Werner Schroeter). So war er zu Gast beim Festival für Neue Musik Düsseldorf, bei der Ruhrtriennale und beim Opening14 in Trier. Seit mehreren Jahren ist Roland Techet Lehrbeauftragter an der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn.